KI-Marketing, SEO & GEO · Website-Kosten

Was kostet eine professionelle Website in der Schweiz wirklich?

Zwei Offerten, eine Anfrage, keine gemeinsame Basis

Illustratives Beispiel: Ein Zürcher Treuhandbüro schickt dieselbe kurze Anfrage an zwei Anbieter: fünf Seiten, Deutsch, ein Kontaktformular. Die erste Offerte, von einer Einzelperson über eine Vermittlungsplattform, liegt bei CHF 950. Die zweite, von einer etablierten Agentur, liegt bei CHF 16'800. Auf dem Papier fordern beide Offerten dasselbe an – und trotzdem trennt sie fast das Achtzehnfache. Der Reflex, die teure Offerte für Wucher und die günstige für unseriös zu halten, ist verständlich. Er ist aber auch unvollständig, denn beide Zahlen können ehrlich sein.

Der Grund liegt nicht im Anbieter, sondern in der Frage selbst. «Fünf Seiten» beschreibt einen Seitenumfang, keinen Arbeitsumfang. Sie sagt nichts darüber, wer die Texte schreibt, ob das Design von Grund auf entsteht oder aus einer Vorlage stammt, wie viele Korrekturrunden vorgesehen sind und was nach dem Launch passiert. Die eigentlich nützliche Frage lautet deshalb nicht «Was kostet eine Website?», sondern «Was ist in diesem Preis enthalten – und was ausdrücklich nicht?». Genau diese Bausteine bestimmen den Rest dieses Artikels.

Die zehn Bausteine, aus denen sich jeder Website-Preis zusammensetzt

Ob eine Website von einer Einzelperson, einer Agentur oder mit einem Baukastensystem entsteht: Im Hintergrund fallen praktisch immer dieselben zehn Arbeitspakete an. Welche davon in einer Offerte tatsächlich enthalten sind – und wer sie ausführt –, erklärt fast den gesamten Preisunterschied zwischen zwei Angeboten für «dieselbe» Website.

  • Strategie und Konzeption: Zielgruppe, Kernbotschaft und Seitenstruktur werden festgelegt, bevor ein einziges Pixel gestaltet wird. Wird dieser Schritt übersprungen, entsteht meist eine hübsche Vorlage mit aufgeklebtem Logo statt eines Auftritts, der auf ein konkretes Geschäftsziel hinarbeitet.
  • Copywriting und Texterstellung: das tatsächliche Schreiben zielgruppengerechter Texte, nicht nur das Einfügen vorhandener Firmenbroschüren-Sätze. Viele günstige Offerten schliessen diesen Punkt explizit aus – zu Recht, denn gutes Copywriting ist eine eigene Disziplin, die Zeit kostet.
  • Design: eine für die Marke entwickelte visuelle Sprache statt eines Themes mit ausgetauschten Farben. Individuelles Design braucht Entwurfsrunden und Feedback-Zyklen; ein Theme-Wechsel dauert einen Nachmittag.
  • Entwicklung und Umsetzung: der eigentliche Bau – Formulare, Inhaltsverwaltung, technische Verdrahtung all dessen, was auf dem Bildschirm einfach aussieht, es im Hintergrund aber selten ist.
  • Mobile-Optimierung: echtes Testen auf realen Geräten und Bildschirmgrössen, nicht das kurze Prüfen «sieht auf meinem Telefon gut aus». Über die Hälfte der Besuche vieler KMU-Websites kommt heute von Mobilgeräten – ein Auftritt, der dort bricht, verliert Anfragen unbemerkt.
  • Performance: komprimierte Bilder, sauberer Code, kurze Ladezeiten. Das betrifft nicht nur die Geduld der Besuchenden, sondern auch, wie Google und andere Suchsysteme eine Seite einordnen.
  • Analytics-Einrichtung: Google Analytics 4 und die Search Console sauber mit den eigentlichen Geschäftszielen verknüpft, nicht nur ein Tracking-Schnipsel, der irgendwo im Code klebt und niemand je auswertet.
  • Technisches SEO- und GEO-Fundament: Crawlbarkeit, strukturierte Daten, Sitemap und eine klare Darstellung, wer das Unternehmen ist und was es anbietet – die Grundlage dafür, dass eine Seite überhaupt gefunden und von KI-Antwortsystemen korrekt eingeordnet werden kann. Wie diese technische Basis im Detail funktioniert, erklärt der Artikel zu strukturierten Daten für KI-Suche.
  • Hosting und Wartung: der laufende Betrieb nach dem Launch – Sicherheitsupdates, Erreichbarkeit, technische Pflege. Ein einmaliger Baupreis sagt nichts darüber, was der Betrieb im zweiten und dritten Jahr kostet.
  • Korrekturrunden: eine definierte Anzahl Feedback-Schlaufen, in denen Änderungswünsche eingearbeitet werden. Steht diese Zahl nicht klar in der Offerte, ist das kein Detail, sondern ein offenes Scheunentor für spätere Zusatzrechnungen.

Was den Umfang teurer macht als die Bausteine selbst

Die zehn Bausteine erklären, warum zwei Offerten für denselben Umfang unterschiedlich hoch ausfallen. Der Umfang selbst – wie viele Seiten, wie viele Sprachen, wie viel individuelle Funktionalität – bestimmt zusätzlich, wie oft jeder Baustein durchlaufen wird. Eine zusätzliche Sprache verdoppelt nicht nur die Textmenge, sie verlangt eigene Metadaten, eigene interne Verlinkung und eine eigene technische SEO-Basis pro Sprachversion. Ein Online-Shop bringt Produktkatalog, Zahlungsanbindung, Versandlogik, Retourenprozess und laufende Datenpflege mit – Arbeitspakete, die eine reine Informationsseite gar nicht kennt.

Ein konkretes, reales Beispiel dafür, wie sich Umfang auf den Preis auswirkt, ist Weissmanns eigene dreistufige Struktur: eine Starter-Website mit bis zu fünf Kernseiten, einer Sprache und zwei Korrekturrunden zum regulären Preis von CHF 2'490; eine Business-Website mit rund zehn bis zwanzig Seiten, Mehrsprachigkeitsfähigkeit und konversionsorientierter Architektur für CHF 4'990; und eine individuelle Website oder Web-Plattform mit grosser mehrsprachiger Architektur, E-Commerce oder Integrationen ab CHF 9'900. Diese drei Stufen sind ein reales Beispiel eines einzelnen Schweizer Anbieters – kein Marktdurchschnitt und keine Aussage darüber, was andere Anbieter für denselben Umfang verlangen würden. Andere Agenturen kalkulieren nach eigenen Tagessätzen, eigener Auslastung und eigenem Prozess; seriöse Vergleichswerte lassen sich nur aus mehreren aktuellen, selbst eingeholten Offerten ableiten, nicht aus einer im Internet kursierenden Pauschalzahl.

Als grobe Orientierung, ausdrücklich als Beispielrechnung und nicht als Marktstatistik gemeint: Ein schlanker Fünf-Seiten-Auftritt in einer Sprache bewegt sich in der Praxis oft im unteren bis mittleren vierstelligen Bereich, sobald echtes Copywriting, individuelles Design und ein technisches SEO-Fundament dazukommen. Ein zehn- bis zwanzigseitiger, mehrsprachiger Auftritt mit Konversionsarchitektur liegt typischerweise deutlich darüber, weil praktisch jeder der zehn Bausteine mehrfach durchlaufen wird. Ein Shop oder eine individuelle Plattform mit Integrationen sprengt diese Grössenordnungen meist nach oben, weil zusätzliche technische Disziplinen – Zahlungsabwicklung, Schnittstellen, Datensicherheit – dazukommen, die eine einfache Informationsseite nicht braucht.

Worauf Sie in einer Offerte achten sollten

Zwei Offerten lassen sich nur vergleichen, wenn dieselben Fragen an beide gestellt wurden. Die folgende Liste eignet sich, um jede Offerte durchzugehen, bevor unterschrieben wird – unabhängig davon, ob Weissmann oder ein anderer Anbieter dahintersteht.

  • Ist die Seitenzahl konkret aufgelistet, oder steht nur ein unbestimmtes «bis zu X Seiten» ohne Definition, was als eigenständige Seite zählt?
  • Wer schreibt die Texte – Sie selbst, der Anbieter, oder ist das in der Offerte gar nicht geregelt?
  • Wie viele Korrekturrunden sind enthalten, und zu welchem Satz wird eine zusätzliche Runde verrechnet?
  • Gehören Ihnen Code und Quelldateien nach Projektabschluss, oder bleiben Sie technisch vom Anbieter abhängig, sobald etwas geändert werden muss?
  • Ist «SEO inklusive» konkret beschrieben – Sitemap, strukturierte Daten, Ladezeit, Crawlbarkeit – oder ist es ein unbelegtes Marketingwort in der Offerte?
  • Was kostet Hosting und Wartung nach dem Launch, einmalig oder wiederkehrend, und auf wessen Namen laufen Domain und Hosting-Konto?
  • Ist die Anzahl Sprachen explizit gezählt, oder taucht «mehrsprachig» als vages Versprechen ohne Zahl auf?
  • Gibt es einen Zeitplan, und was passiert damit, wenn Inhalte oder Freigaben von Ihrer Seite verspätet eintreffen?
  • Sind Google Analytics 4 und die Search Console Teil des Grundpreises, oder ein separat verrechnetes Extra?
  • Falls ein Shop, ein Buchungssystem oder eine CRM-Anbindung nötig ist: Ist das bereits eingepreist, oder folgt dafür eine separate Offerte?
  • Was passiert, wenn nach dem Launch etwas nicht mehr funktioniert – ist ein Mindestmass an Support im Preis enthalten, oder wird jede Stunde einzeln verrechnet?

Was kann schiefgehen

Die teuersten Fehler bei einer Website entstehen selten beim Vertragsabschluss selbst, sondern in den Wochen und Jahren danach – meist, weil eine der folgenden Situationen nicht vorher besprochen wurde.

  • Unterschiedliches Verständnis von «fünf Seiten»: Für die eine Seite zählt eine FAQ-Sektion als eigene Seite, für die andere als Abschnitt einer bestehenden Seite. Vorbeugung: die exakte Seitenliste vor Vertragsabschluss schriftlich festhalten, nicht nur eine Zahl.
  • Versteckte Folgekosten: Ein tiefer Startpreis kann Hosting, Wartung, Plugin-Lizenzen oder Drittanbieter-Tools stillschweigend ausschliessen. Über drei Jahre gerechnet kann das den vermeintlich günstigeren Anbieter teurer machen als den vermeintlich teureren. Vorbeugung: nach den laufenden Kosten für die nächsten drei Jahre fragen, nicht nur nach dem Startpreis.
  • Fehlendes Eigentum am Ergebnis: Manche Baukastenlösungen binden Inhalte technisch an die eigene Plattform, sodass ein späterer Wechsel des Anbieters faktisch einem Neubau gleichkommt. Vorbeugung: vor dem Start klären, ob und wie sich Inhalte und Design exportieren lassen.
  • Die Nachtragsspirale bei knapp kalkulierten Fixpreisen: Ein sehr tiefer Einstiegspreis lockt, wird dann aber über zahlreiche, jeweils einzeln verrechnete Änderungswünsche wieder ausgeglichen. Vorbeugung: eine schriftliche Liste dessen verlangen, was ausdrücklich nicht im Preis enthalten ist – nicht nur, was enthalten ist.
  • Ein Anbieter, der mitten im Projekt nicht mehr erreichbar ist: Bei sehr kleinen Einzelanbietern ohne Vertretung ist das seltener, aber real. Vorbeugung: vor Auftragserteilung nach Referenzen und danach fragen, was im Fall einer Unterbrechung mit dem bereits geleisteten Stand passiert.

Für wen sich eine grössere Investition lohnt – und für wen (noch) nicht

Nicht jedes Unternehmen braucht denselben Umfang, und ein höherer Preis ist kein Selbstzweck. Ein lokales Handwerksgeschäft, das seine Kundschaft ohnehin über Empfehlungen und bestehende Kontakte gewinnt, kommt mit einem schlanken, sauber gemachten Fünf-Seiten-Auftritt oft weiter als mit einer aufwendigen Konversionsarchitektur, die sich in absehbarer Zeit nicht amortisiert. Umgekehrt lohnt sich eine grössere Investition eher, wenn ein Unternehmen tatsächlich auf organische Anfragen über die Website angewiesen ist, wenn mehrere Sprachräume der Schweiz bedient werden müssen, oder wenn die Website direkt an Verkaufszahlen hängt statt nur an Auffindbarkeit.

Und manchmal ist die ehrlichste Antwort weder «neu bauen» noch «mehr Budget einsetzen», sondern die bestehende Website gezielt zu reparieren – etwa wenn Struktur und Inhalte grundsätzlich funktionieren, aber Ladezeit, mobile Darstellung oder das technische SEO-Fundament fehlen oder veraltet sind. Ein Neubau ist dann nicht falsch, aber auch nicht automatisch die günstigste oder schnellste Lösung.

Weissmanns eigene Preisstruktur als konkretes Beispiel

Damit die zehn Bausteine nicht abstrakt bleiben, lohnt sich ein Blick darauf, wie ein einzelner Schweizer Anbieter sie selbst bepreist. Weissmanns Starter Website deckt bis zu fünf Kernseiten, ein individuelles Premium-Design, ein technisches SEO- und GEO-Fundament, die Einrichtung von Google Analytics 4 und der Search Console sowie zwei definierte Korrekturrunden ab – regulär CHF 2'490, aktuell zum Aktionspreis von CHF 880. Texterstellung, weitere Sprachen und kostenpflichtige Drittanbieter-Tools sind darin ausdrücklich nicht enthalten, genau wie es die Checkliste in diesem Artikel empfiehlt zu prüfen. Wer mehr Seiten, mehrere Sprachen und eine konversionsorientierte Architektur braucht, findet den nächsten Schritt in der Business Website ab CHF 4'990; wer einen Shop, eine grosse mehrsprachige Architektur oder individuelle Integrationen benötigt, bewegt sich im Bereich der individuellen Website ab CHF 9'900.

Das ist kein Aufruf, sich für Weissmann zu entscheiden, sondern ein Beispiel dafür, wie sich die in diesem Artikel beschriebenen Bausteine in einer echten, öffentlich einsehbaren Preisstruktur niederschlagen – als eine mögliche Referenz unter mehreren, an der sich andere Offerten messen lassen.

Der nächste Schritt: vergleichbar machen, was auf den ersten Blick nicht vergleichbar aussieht

Die eigentliche Entscheidung ist nicht, welche Zahl am tiefsten liegt, sondern welche Offerte den tatsächlich benötigten Umfang zu einem nachvollziehbaren Preis liefert. Fordern Sie von jedem in Frage kommenden Anbieter eine Offerte an, die entlang der zehn Bausteine aus diesem Artikel aufgeschlüsselt ist, gehen Sie sie anschliessend mit der Checkliste durch, und wählen Sie erst dann eine Preisstufe – nicht umgekehrt. Diese Struktur ist der eigentliche Punkt: keine erfundene Pauschalzahl, sondern die Frage, welche Ihrer eigenen Angaben welchen Kostentreiber auslösen.

Häufige Fragen

Warum verlangen zwei Anbieter für denselben Seitenumfang so unterschiedliche Preise?

Weil «Seitenumfang» allein den Arbeitsumfang nicht beschreibt. Ob Texterstellung, individuelles Design, ein technisches SEO-Fundament oder mehrere Korrekturrunden enthalten sind, erklärt fast den gesamten Preisunterschied zwischen zwei Offerten mit derselben Seitenzahl.

Ist eine besonders günstige Website automatisch schlecht gemacht?

Nein. Eine günstige Website kann völlig ehrlich sein, wenn der Umfang tatsächlich klein ist und klar definiert wurde, was enthalten ist und was nicht. Problematisch wird es erst, wenn ein tiefer Preis Erwartungen weckt, die der tatsächliche Umfang nicht erfüllen kann.

Spare ich Geld, wenn ich die Texte selbst schreibe?

In der Regel schon, weil Copywriting ein eigener Arbeitsschritt mit eigenem Zeitaufwand ist. Der Spareffekt lohnt sich vor allem dann, wenn wirklich Zeit für zielgruppengerechtes Schreiben eingeplant wird – sonst verschiebt sich der Aufwand nur vom Anbieter zu Ihnen, ohne dass die Qualität mitzieht.

Was kostet eine Website im laufenden Betrieb, nicht nur beim Launch?

Das hängt vom Anbieter und der gewählten Lösung ab, sollte aber immer als eigene Position in der Offerte auftauchen: Hosting, Sicherheitsupdates, Domain und allfällige Drittanbieter-Abos laufen unabhängig vom einmaligen Baupreis weiter. Fragen Sie gezielt nach den Kosten für die nächsten drei Jahre, nicht nur nach dem Startpreis.

Brauche ich von Anfang an eine mehrsprachige Website?

Nur, wenn Ihre Kundschaft tatsächlich in mehreren Sprachregionen sitzt. Jede zusätzliche Sprache vervielfacht Text-, SEO- und Pflegeaufwand, ist also kein Nebeneffekt, sondern ein eigener Kostenblock. Sinnvoll ist es meist, die Struktur von Anfang an mehrsprachig-fähig anzulegen, auch wenn zunächst nur eine Sprache live geht.

Wie viele Korrekturrunden sind bei einer professionellen Website üblich?

In seriösen Offerten sind meist zwei bis drei Korrekturrunden fest definiert, danach wird zusätzlicher Aufwand separat verrechnet. Entscheidend ist nicht die genaue Zahl, sondern dass überhaupt eine Zahl in der Offerte steht – unbegrenzte, unbezifferte «Anpassungen nach Bedarf» sind meist ein Zeichen dafür, dass später nachverhandelt wird.

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